In den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 bewegten sich US-amerikanische Spezialkräfte durch die Straßen von Caracas. Zwischen 02:01 und 04:29 Uhr Ortszeit neutralisierten Einheiten des US Cyber Command zunächst die venezolanische Luftabwehr- und Kommunikationsinfrastruktur. Dann übernahmen Delta Force und das 160th Special Operations Aviation Regiment. Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wurden auf ihrem Anwesen in Gewahrsam genommen — und noch in derselben Nacht an Bord der USS Iwo Jima gebracht.

Die Operation trug den Codenamen „Absolute Resolve". Ihre Bilanz: 55 Tote — 23 venezolanische Soldaten und, in einer geopolitisch hochbrisanten Enthüllung, 32 Angehörige der kubanischen Streitkräfte, die im Rahmen bilateraler Sicherheitsabkommen in Venezuela stationiert waren. Am 5. Januar 2026 stand Maduro vor einem Bundesgericht in Manhattan. Er plädierte auf nicht schuldig und erklärte sich zum Kriegsgefangenen.

Was dann folgte, veränderte nicht nur Venezuela — es sandte eine unmissverständliche Botschaft an die gesamte westliche Hemisphäre.

Die Operation im Kontext: Trump-Korollar zur Monroe-Doktrin

Die Monroe-Doktrin, 1823 formuliert, erklärte die westliche Hemisphäre zur amerikanischen Einflusssphäre. Was US-Präsident Donald Trump im Januar 2026 vollzog, ist ihre radikalste Neuinterpretation seit dem Kalten Krieg: die aktive militärische Durchsetzung regionaler Hegemonie gegen ein souveränes, wenn auch autoritäres Regime.

Die juristische Konstruktion war komplex. Ein OLC-Memorandum aus dem Jahr 1989 argumentiert, dass der US-Präsident die inhärente Befugnis besitzt, exterritoriale Verhaftungen anzuordnen — auch gegen das Völkerrecht. Im Oktober 2025 hatte Trump zudem ein Memorandum unterzeichnet, das das venezolanische „Cartel de los Soles" als unlawful combatants deklarierte und damit formal die Grundlage für CIA-Operationen und militärische Schläge in Venezuela schuf. Das britische Unterhaus bezeichnete die Operation als rechtlich beispiellos.

Trumps Botschaft war unmissverständlich: Er erklärte, die Führungen in Kolumbien, Nicaragua und insbesondere Kuba hätten nun verstanden, was mangelnde Kooperation mit den USA bedeute. Venezuela fungierte als Abschreckungsdemonstranz — mit echter Munition.

Technologie-Dimension: Der „Discombobulator" und die Schallwaffe

Neben den klassischen Mitteln des Sturmtruppeinsatzes tauchten in den Tagen nach der Operation Berichte auf, die eine neue Debatte über den Einsatz nichtletaler Waffensysteme auslösten — und die bis heute nicht abschließend geklärt sind.

Den Ausgangspunkt setzte ein viraler Augenzeugenbericht eines venezolanischen Wachsoldaten, den White House Press Secretary Karoline Leavitt persönlich auf X postete — mit dem Kommentar: „Stop what you are doing and read this." Der Zeuge beschreibt, wie etwa 20 US-Soldaten aus wenigen Hubschraubern Hunderte venezolanische Verteidiger in Minuten außer Gefecht setzten: Zunächst fielen alle Radarsysteme ohne Erklärung aus, dann erschien ein Drohnenschwarm. Dann: „Sie schossen etwas ab — ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Es war wie eine sehr intensive Schallwelle. Plötzlich fühlte ich, wie mein Kopf von innen explodiert. Wir begannen alle aus der Nase zu bluten. Manche erbrachen Blut. Wir fielen zu Boden, konnten uns nicht mehr bewegen." Auf US-amerikanischer Seite: null Verluste.

Parallel dazu enthüllte Trump im New York Post-Interview, die USA hätten ein klassifiziertes System namens „The Discombobulator" eingesetzt — ein Gerät, das venezolanische Waffensysteme (darunter russische und chinesische Raketen) zum Versagen gebracht habe: „Sie drückten Knöpfe und nichts funktionierte." CNN berichtete ergänzend, dass der Pentagon bereits über ein Jahr an einem Gerät zur Erzeugung gepulster Radiowellen getestet hatte, und verwies darauf, dass die Berichte über Personenverletzungen möglicherweise ein anderes System involvierten — akustisch oder das Active Denial System (ADS).

Die Expertenanalyse ergibt folgendes Bild:

Thomas Withington, Rüstungsexperte bei Newsweek, fasst die Befundlage zusammen: „Ich denke, eine Art akustische Waffe wurde wahrscheinlich eingesetzt, die besonders unangenehme Empfindungen erzeugte. Was eine Schallwaffe tut, ist verhindern, dass man klar denkt — daher ‚discombobulation'."

Was bleibt, ist die strategische Dimension: Die USA haben bei dieser Operation offenbar gezielt nichtletale Technologie als taktisches Sturmmittel eingesetzt — mit dem Kalkül, die eigene Opferbilanz bei null zu halten und gleichzeitig maximale Handlungsunfähigkeit beim Gegner zu erzeugen. Ob das die Opferzahl von 55 Toten erklärt oder konventionelle Bewaffnung hinzukam, bleibt unklar. Das Weiße Haus hat den Augenzeugen-Account aktiv verbreitet — was selbst als psychologische Operation gegen potenzielle künftige Gegner lesbar ist: Ihr werdet nicht einmal kämpfen können.

Innenpolitische Rekonfiguration: Das Regime überlebt seinen Kopf

Entgegen den Erwartungen vieler Beobachter brach das bolivarische System nicht zusammen. Noch am 3. Januar erließ der regierungstreue Oberste Gerichtshof (TSJ) ein Dekret: Vizepräsidentin Delcy Rodríguez wurde zur geschäftsführenden Präsidentin ernannt. Am 5. Januar wurde sie vor der Nationalversammlung vereidigt.

Entscheidend für die kurzfristige Stabilität: Das Militär. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López bezeichnete die US-Aktion als „feige Entführung", ordnete volle operative Bereitschaft an — und erklärte gleichzeitig die Loyalität der Streitkräfte zur neuen Interimsregierung. Das Militär, tief in die Wirtschaftsstrukturen des Landes verflochten, blockierte jede sofortige Machtübergabe an die Opposition.

Die demokratische Opposition unter María Corina Machado und dem rechtmäßigen Wahlsieger von 2024, Edmundo González Urrutia, feierte die US-Intervention zunächst. Doch schnell wurde das Paradoxon sichtbar: Washington vermied es, González sofort als amtierenden Präsidenten einzusetzen. Stattdessen entstand eine pragmatische De-facto-Kooperation der Trump-Administration mit der Interimsregierung — vor allem beim Öl. Die Befürchtung innerhalb der Zivilgesellschaft verdichtet sich: eine „Transaktion statt Transition", bei der wirtschaftliche Interessen die Demokratisierung verdrängen.

Völkerrechtliche Dimension: Der Dammbruch

In der internationalen Rechtslehre wird die Operation „Absolute Resolve" nahezu einhellig als eklatanter Völkerrechtsbruch bewertet. Die zentralen Verletzungen:

Am 5. Januar 2026 tagte der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung, einberufen auf Antrag Kolumbiens, unterstützt von China und Russland. Der venezolanische Botschafter Samuel Moncada warnte: „Die Tolerierung der Entführung eines Staatsoberhauptes sendet eine verheerende Botschaft — dass das Völkerrecht fortan optional gilt und militärische Macht der wahre Schiedsrichter ist." Columbia-Professor Jeffrey Sachs ergänzte, dass die USA allein im Jahr 2025 Bombardements in sieben verschiedenen Ländern durchgeführt hätten — ohne UN-Mandat, ohne validen Selbstverteidigungsfall. Der Deutsche Bundestag analysierte die Operation als rechtlich inakzeptablen Bruch.

Die Gefahr ist strukturell: Wenn eine Militäroperation dieser Art ohne Konsequenzen bleibt, erodiert das normative Fundament der internationalen Ordnung. Nicht für Venezuela allein — für jeden Staat, der sich einer Großmacht unbequem macht.

Das Amnestiegesetz: Schritt oder Fassade?

Unter erheblichem US-Druck verabschiedete das venezolanische Parlament am 20. Februar 2026 ein historisches Amnestiegesetz. Es zielt auf die Freilassung politischer Häftlinge ab — rückwirkend für 27 Jahre Chavismus. Bis Ende Februar wurden 440 bis 450 Personen freigelassen. Über 600 politische Gefangene sitzen jedoch weiterhin.

Human Rights Watch bewertet das Gesetz als wichtige Erleichterung, warnt aber vor einer Illusion der Rechtsstaatlichkeit: Der repressive Justiz- und Sicherheitsapparat sei intakt. Ein prägnantes Beispiel: Oppositionsführer Juan Pablo Guanipa wurde am 9. Februar freigelassen — und weniger als zwölf Stunden später erneut verhaftet, nachdem er zur Teilnahme an friedlichen Protesten aufgerufen hatte.

Solange keine Reform der Wahlorgane und Gerichte erfolgt, bleibt die Transition eine rechtliche Fassade.

Geoökonomie: Das Öl als eigentliche Agenda

Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Seit Jahren war die Produktion auf unter eine Million Barrel täglich eingebrochen — von ehemals drei Millionen. Außenminister Marco Rubio skizzierte einen Drei-Phasen-Plan: Stabilisierung → Erholung → Transition.

Das rechtliche Rückgrat der wirtschaftlichen Neuordnung: Am 29. Januar 2026 verabschiedete die Nationalversammlung eine Reform des Organgesetzes für Kohlenwasserstoffe. Sie beendet das fünf Jahrzehnte währende Monopol der staatlichen PDVSA und erlaubt privaten ausländischen Firmen erstmals direkten Zugang zu Exploration und Förderung — ohne Zwangs-Joint-Ventures, ohne PDVSA-Mehrheit, mit internationaler Schiedsgerichtsbarkeit. Die erste private Direktbeteiligung in der Geschichte Venezuelas.

Chevron steht bereit. Russlands Rosneft und Irans Einfluss sollen verdrängt werden. Aber Experten dämpfen die Erwartungen: Die Rekonstruktion der maroden Infrastruktur erfordert „zig Milliarden Dollar und Jahrzehnte". Selbst bei erfolgreichem Hochlauf würde Venezuela den globalen Ölmarkt (100 Millionen Barrel täglich) nur marginal bewegen.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wessen Interessen werden in der „Transition" priorisiert — die der venezolanischen Demokratiebewegung oder die der US-Energiekonzerne?

Regionaler Schock: Lateinamerika gespalten

Die Operation „Absolute Resolve" spaltete Lateinamerika entlang ideologischer Bruchlinien — schärfer als jedes Ereignis seit Jahrzehnten:

Befürworter: Argentiniens Präsident Javier Milei bezeichnete die Operation als „entscheidenden Schritt vorwärts". El Salvadors Bukele, Ecuadors Noboa und Paraguays Peña äußerten unverhohlene Zustimmung. Guyana — im Essequibo-Grenzkonflikt mit Venezuela — begrüßte die US-Führungsrolle und verlegte Truppen an die Grenze.

Kritiker: Kolumbiens Gustavo Petro verurteilte die unilaterale Aktion und verstärkte die Grenzpräsenz. Brasiliens Lula da Silva erklärte, die Bombardierungen hätten eine „inakzeptable rote Linie" überschritten. Mexikos Sheinbaum, Chiles Boric und Uruguay veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung mit Spanien und warnten vor der Aneignung venezolanischer Ölressourcen durch fremde Mächte.

Die OAS versuchte zu vermitteln, blieb ohne Durchschlagskraft. Auf globaler Ebene verurteilten Russland und China die Operation als Aggression. Die EU und Großbritannien forderten Zurückhaltung — ohne Maduro eine Träne nachzuweinen. Papst Leo XIV. rief zum Ende der Gewalt auf.

Die „Kuba-Krise 2026"

Die gefährlichste Nebenfolge der Operation ist der Schock, den sie Kuba versetzt hat. 32 kubanische Soldaten wurden in Caracas getötet — Angehörige einer Truppe, die im Rahmen bilateraler Sicherheitsabkommen in Venezuela stationiert war. Präsident Miguel Díaz-Canel sprach von „Staatsterrorismus".

Havannas Situation ist dabei schon vor dem Schlag existenziell: 89 Prozent der kubanischen Familien leben in extremer Armut. Sieben von zehn Kubanern müssen täglich auf mindestens eine Mahlzeit verzichten. Massive Stromausfälle und eine kollabierende Gesundheitsversorgung lähmen das Land. Analysten des CSIS sehen in Venezuelas Neuausrichtung den möglichen Auslöser des endgültigen wirtschaftlichen Kollaps des kubanischen Regimes — sofern die subventionierten Öllieferungen wegfallen.

Trump signalisierte dies explizit: Kuba solle verstehen, was mangelnde Kooperation bedeute. Die Abschreckung ist keine abstrakte — sie ist in Leichen messbar.

Migration: 7,9 Millionen ohne Rückkehrperspektive

Venezuela erlebt eine der größten Fluchtbewegungen der modernen Geschichte. Bis Februar 2026 haben schätzungsweise 7,9 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen — ein Viertel der ursprünglichen Bevölkerung. 85 Prozent halten sich im lateinamerikanischen und karibischen Raum auf.

Die Hoffnung auf eine Massenrückkehr nach Maduros Sturz erweist sich als verfrüht. Die Push-Faktoren bleiben unverändert: Hyperinflation von über 600 Prozent für 2026 prognostiziert, anhaltende Unsicherheit durch bewaffnete „Colectivos" und Kriminelle, ein weiterhin operierender Repressionsapparat. Migrationsforscher der Georgetown University klassifizieren den Exodus mittlerweile als langfristige oder dauerhafte Relokation.

Zusätzliche Hürde: Zahlreiche Dissidenten haben keine gültigen Pässe mehr — nach den Wahlen 2024 annullierte das Regime die Reisedokumente von Oppositionellen. Selbst mittelständische Venezolaner nehmen zunehmend den lebensgefährlichen Darién-Spalt.

Strategische Prognose

Die Situation in Venezuela im Februar 2026 ist ein hochvolatiles Amalgam: Das bolivarische System existiert weiter — enthauptet, aber strukturell intakt. Der chavistische Staatsapparat unter Delcy Rodríguez und Verteidigungsminister Padrino López hat überlebt. Das neue Amnestiegesetz und die Ölliberalisierung sind Konzessionen an Washington — kein demokratischer Wandel aus Überzeugung, sondern taktisches Überleben.

Die fundamentale Dissonanz bleibt: Die demokratische Opposition fordert sofortigen, genuinen Wandel. Die Trump-Administration priorisiert wirtschaftliche Stabilisierung — und damit implizit die Kooperation mit einem Regime, das sie gerade enthauptet hat. Eine rein transaktionale Einigung, die Ölzugang über Demokratie stellt, ist das wahrscheinlichste kurzfristige Szenario.

Auf der Ebene der internationalen Ordnung hinterlässt „Absolute Resolve" einen bleibenden Riss. Die physische Durchsetzung der Monroe-Doktrin hat Vertrauen in multilaterale Mechanismen nachhaltig beschädigt. Wenn das Völkerrecht optional wird — anwendbar für Schwache, ignorierbar für Starke — dann betrifft das nicht nur Venezuela. Es betrifft die gesamte Architektur der regelbasierten Weltordnung.

Österreich und Europa sollten genau hinhören: Wer heute schweigt, wenn ein Staatsoberhaupt in seiner Hauptstadt verhaftet wird, verliert das moralische Kapital, um morgen das eigene Prinzip der Nichteinmischung zu verteidigen.