Lagekarte: Der Schlag auf Iran — Operationsübersicht 28. Februar 2026

Lagekarte: US/Israel-Angriffsziele, Irans Vergeltungsschläge, Carrier Strike Groups, Proxy-Achse · sipol.at

Die iranische Antwort

Wenige Stunden nach Beginn der Operation Roaring Lion / Epic Fury begann Iran mit einer koordinierten Vergeltungskampagne, die in Umfang und Geografie alles übertraf, was Teheran jemals gewagt hatte. Ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnenschwärme wurden gleichzeitig auf Israel und US-Militäreinrichtungen in mindestens sieben Staaten gefeuert.

Ein hochrangiger iranischer Beamter erklärte gegenüber Al Jazeera: „Alle amerikanischen und israelischen Anlagen und Interessen im Nahen Osten sind ab sofort legitime Ziele. Es gibt keine roten Linien mehr nach dieser Aggression."

Raketen auf Israel: Sirenen im ganzen Land

Sirenen heulten über ganz Israel, als die ersten ballistischen Raketen aus Iran einschlugen. Die israelische Luftwaffe setzte ihr mehrstufiges Abfangsystem ein — Arrow-3 für exo-atmosphärische Abfangung, Arrow-2 für die mittlere Phase und Iron Dome für Kurzstreckenbedrohungen.

Das vorläufige Ergebnis:

Entscheidend ist: Israels Luftabwehr scheint zu halten. Doch die IDF hatte schon vor dem Angriff gewarnt, dass die Abfangraketen-Vorräte erschöpft sein könnten, falls Iran mit anhaltenden Salven angreift. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob Teheran weitere Wellen nachschiebt.

Angriffe auf US-Basen: Sieben Länder betroffen

Irans Vergeltung richtete sich nicht nur gegen Israel, sondern systematisch gegen die gesamte US-Militärinfrastruktur in der Region. Bestätigte Angriffe auf:

CENTCOM (US Central Command) bestätigte in einem ersten Statement: „Damage to US installations was minimal and has not impacted operations. There have been no reports of US casualties." Die Task Force Scorpion Strike habe erstmals Einweg-Angriffsdrohnen im Kampfeinsatz verwendet.

Die Strategie hinter der Flächenvergeltung

Irans Entscheidung, gleichzeitig sieben Staaten anzugreifen, folgt einer klaren strategischen Logik, die Muhanad Seloom vom Doha Institute treffend zusammenfasst: „Sie wollen die Kosten für diese Länder erhöhen — in der Hoffnung, dass diese Staaten die US-Administration unter Druck setzen, den Krieg zu stoppen."

Drei Ebenen der iranischen Vergeltung zeichnen sich ab:

1. Direkte Vergeltung auf Israel: Ballistische Raketen und Drohnen direkt auf israelisches Territorium — die dritte direkte iranische Attacke seit April 2024. Symbolisch wichtig, militärisch bisher begrenzt effektiv dank Israels Luftabwehr.

2. Angriff auf die US-Infrastruktur: Durch Angriffe auf US-Basen in der gesamten Golfregion zwingt Iran Washington, Ressourcen zur Verteidigung seiner eigenen Einrichtungen abzuziehen — statt sie für Offensivoperationen gegen Iran einzusetzen.

3. Regionalisierung des Konflikts: Indem Iran Katar, Bahrain, die VAE, Kuwait und Saudi-Arabien angreift — allesamt Staaten, die US-Truppen beherbergen — zwingt es diese Länder in eine unmögliche Position. Die Arabische Liga verurteilte die Angriffe bereits als „flagrante Verletzung der Souveränität". Syrien — seit dem Sturz Assads 2024 kein iranischer Verbündeter mehr — verurteilte die Angriffe als „brutal".

Libanon: Die Hisbollah-Frage

Israel schickte über die USA eine bemerkenswerte Botschaft an den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun: Kein Angriff auf Libanon, solange von dort keine feindlichen Aktionen kommen.

Aoun machte diese Zusage öffentlich — ein bewusster Schachzug gegen Hisbollah. Die Botschaft an Nasrallahs Nachfolger ist eindeutig: Jeder Raketenangriff aus dem Libanon würde den libanesischen Staat in den Krieg ziehen, den die neue Regierung unter allen Umständen vermeiden will.

Bisher hat Hisbollah nicht angegriffen. Ob das so bleibt, hängt davon ab, ob Iran den Befehl gibt — und ob Hisbollah nach den verheerenden Verlusten des letzten Jahres überhaupt die Kapazität hat, eine dritte Front zu eröffnen.

Die Opferzahlen

Der Iranische Rote Halbmond meldete die erste offizielle Bilanz der US-israelischen Strikes auf Iran:

IRNA berichtete, dass ein israelischer Schlag eine Mädchen-Grundschule in Minab (Provinz Hormozgan) traf und mindestens 40 Menschen tötete. Falls bestätigt, wäre das die schwerste zivile Einzeltragödie dieses Tages — und ein Narrativ, das Iran propagandistisch maximal ausschlachten wird.

Die IDF erklärte, „Hunderte Angriffe auf militärische Ziele" durchgeführt zu haben. Die Diskrepanz zwischen „militärischen Zielen" und zivilen Opfern wird in den kommenden Tagen zum zentralen Streitpunkt werden.

Operation Roaring Lion / Epic Fury — Die Codenames

Die Operationsnamen wurden inzwischen offiziell bestätigt:

CENTCOM beschrieb die erste Phase: „Precision munitions launched from air, land and sea" — Ziele waren IRGC-Kommandoeinrichtungen, iranische Luftabwehr, Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie militärische Flugplätze. Zum ersten Mal kamen sogenannte „low-cost one-way attack drones" der Task Force Scorpion Strike zum Einsatz — eine neue Fähigkeit, die auf den Erfahrungen aus der Ukraine aufbaut.

Was jetzt kommt

Die nächsten 24 bis 48 Stunden sind entscheidend:

Hält Israels Luftabwehr? Die Abfangquote ist derzeit hoch — aber Irans Raketenvorräte sind größer als Israels Interceptor-Bestände. Ein Abnutzungskrieg gegen die Luftverteidigung ist Teherans wahrscheinlichste Strategie.

Zweite Welle? Iran hat bisher konventionell geantwortet. Falls die Schäden an den Nuklearanlagen so gravierend sind wie 2025, könnte Teheran zu unkonventionellen Mitteln greifen — Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Aktivierung von Schläferzellen, Eskalation über Proxies.

Hormuz: Die Straße von Hormuz bleibt offen — noch. Jede Störung des Tankerverkehrs würde die Ölmärkte am Montagmorgen explodieren lassen. Analysten rechnen bereits jetzt mit massiven Preisausschlägen.

Hisbollah: Die israelische Botschaft an Libanon kauft Zeit. Aber wenn Iran den Befehl gibt, wird Hisbollah folgen — und Israel stünde an zwei Fronten.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Lagestand: 28. Februar 2026, 19:30 MEZ.